Hepatitis C (HCV)

HCV-Grundwissen

Der Begriff Hepatitis bedeutet „Leberentzündung“.

Eine Leberentzündung kann viele Ursachen haben. Im Falle einer Hepatitis C ist das Hepatitis C-Virus (HCV) für die Entzündung der Leber verantwortlich. Nachdem das HCV in den Körper gelangt ist, dringt es in Leberzellen ein und vermehrt sich dort sehr schnell. Das körpereigene Abwehrsystem (unser Immunsystem) versucht gegen das Hepatitis C- Virus vorzugehen, Abwehrzellen werden aktiviert. Es entsteht eine Entzündung in der Leber, eine Hepatitis. Nur in insgesamt ca. 20% der Fälle, in denen sich ein Mensch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert, gelingt es dem Immunsystem, das Virus aus dem Körper zu entfernen. In diesen Fällen heilt die Hepatitis C-Infektion aus, die zerstörten Leberzellen werden ersetzt. Ein langfristiger Leberschaden bleibt in der Regel aus.

In den meisten Fällen gelingt es unserem Immunsystem nicht, das Hepatitis C-Virus aus dem Körper zu entfernen. Der von unserem Immunsystem begonnene Abwehrkampf läuft unvermindert weiter, die Entzündung der Leber wird chronisch (es liegt eine chronische Hepatitis C vor), immer mehr Lebergewebe wird zerstört und durch Bindegewebe ersetzt. Die Folge ist die Entstehung einer Leberfibrose, die bei Fortschreiten in eine Leberzirrhose übergehen kann. In einigen Fällen entwickelt sich als Folge einer chronischen Hepatitis C, meist auf der Basis einer Leberzirrhose, sogar Leberzellkrebs (hepatozelluläres Karzinom, auch HCC genannt).
Von einer chronischen Hepatitis C spricht man, wenn das Hepatitis C Virus nach der Infektion über 6 Monate hinaus mittels PCR (Polymerase Kettenreaktion) im Blut nachgewiesen werden kann.

Ein meisten der HCV-infizierten Menschen wissen oft nichts von ihrer Leberentzündung. Sie fühlen sich allgemein nicht wohl, sind häufig müde und nicht so leistungsfähig. Die Beschwerden sind sehr unspezifisch und können viele andere Ursachen haben. Daher wird die chronische Hepatitis C auch von Ärzten oft nicht sofort erkannt.

Erst ein Bluttest kann die Diagnose einer chronischen Hepatitis C sichern oder ausschließen. Ein sogenannter Hepatitis C-Antikörpertest bzw. der Nachweis der Erbinformation des Hepatitis C-Virus im Blut mittels PCR sind heute die Standardverfahren zur Diagnosesicherung.
Bei bekanntem Infektionsrisiko in der Vergangenheit, bei jeder ungeklärten Erhöhung der Leberwerte oder wenn Krankheitsgefühle wie Abgeschlagenheit und Leistungsschwäche nicht eindeutig anders erklärt werden können, sollte eine Hepatitis C ausgeschlossen werden.

Hepatitis C Virus (Roche©)