HCV-Prävention

Hepatitis C Viren werden über direkten Blutkontakt übertragen.

Häufigster Infektionsweg in Deutschland ist mittlerweile das Spritzen von Drogen (IVDA). Hierbei spielt das gemeinsame Benutzen von Spritzen, Nadeln und anderer Utensilien (wie Filter, Löffel) eine Rolle. Viele Städte bieten die Möglichkeit, gebrauchte Spritzen gegen neue zu tauschen. Mitunter gibt es sogar Räumlichkeiten (Drogenkonsumräume), die einen hygienischen Drogenkonsum unter Aufsicht erlauben und die Weitergabe von Infektionskrankheiten reduzieren helfen.

Im gemeinsamen Haushalt mit Hepatitis C Infizierten ist ebenfalls auf Verletzungen und Blutkontakte zu achten. Rasierapparate, Rasierklingen, Nagelscheren, Zahnbürsten und Zahnseide sollten nie gemeinsam mit anderen benutzt werden.

Bei der Versorgung von Wunden sollten Handschuhe getragen werden. Verbandsmaterial und Pflaster mit infiziertem Blut sollten in eine Plastiktüte gesteckt werden, können dann aber mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Ärzte, Zahnärzte und medizinisches Personal sollten über eine Hepatitis- C-Infektion informiert sein. Zum einen gibt es andere Erkrankungen, die mit der Hepatitis C gemeinsam vorkommen können, zum anderen hilft es, sich selbst und andere Patienten ausreichend schützen zu können.

Achtung: Auch getrocknetes Blut kann noch infektiös sein!


Hände und andere Körperregionen, die mit diesem Blut in Kontakt gekommen sind sollten ebenso wie kontaminierte Gegenstände gründlich gewaschen und/oder desinfiziert werden. Für eine sichere Abtötung müssen Desinfektionsmittel wie Paraformaldehyd oder Chlorlösung verwendet werden. Beratung diesbezüglich bekommt man z.B. in Apotheken.

Normale soziale Kontakte stellen kein nennenswertes Infektionsrisiko dar. Das gilt für das gemeinsame Benutzen von Tassen, Tellern und Besteck ebenso, wie für das Benutzen einer gemeinsamen Toilette oder Dusche. Die im Haushalt üblichen Hygienemassnahmen zur Reinigung von Toiletten, der Gebrauch von Spülmaschinen und Waschmaschinen sind ausreichend. Kuscheln und Knutschen bedeuten kein wesentliches Infektionsrisiko.

Eine sexuelle Übertragung des Virus ist möglich aber selten. Nennenswerte Hepatitis C -Virusmengen kommen weder in der Vaginalflüssigkeit oder Sperma, noch in der Muttermilch vor. Auch hier spielen Verletzung und Blutkontakte eine entscheidende Rolle. Verletzungsreiche Sexualpraktiken bedeuten ein erhöhtes Risiko, sich mit dem Virus zu infizieren. Auch in diesem Zusammenhang spielen Drogen, insbesondere wenn sie injiziert werden, eine Rolle (Stichwort "Chemsex).

Kondome schützen sicher und zuverlässig, nicht nur vor einer Hepatitis C Infektion!

Oft fragen Hepatitis C Infizierte, was sie selbst dazu beitragen können, um den Verlauf der Erkrankung günstig zu beeinflussen. Spezielle Diäten, Ausnahme kann eine fortgeschrittene Lebererkrankungen (Zirrhose) sein, sind nicht notwendig. Wie für die meisten Menschen ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu empfehlen. Es gibt Hinweise, dass das Rauchen einen ungünstigen Einfluss auch auf den Verlauf der Hepatitis C Infektion hat. Moderater Kaffeekonsum hatte in einer Studie einen positiven Effekt auf den Verlauf dieser Lebererkrankung. Lassen Sie sich auch hier von dem/der Spezialisten/-in beraten.

Alkoholkonsum und Hepatitis C sind schlechte Partner - es ist gesichert, dass das Risiko deutlich ansteigt, eine Leberzirrhose zu entwickeln.