Hepatitis E (HEV)

Das Hepatitis E-Virus (HEV) ist ein RNA-Virus, das zur Gruppe der Herpesviridae gezählt wird. Eine Infektion mit diesem Virus verläuft nach einer Inkubationszeit von 2-9 Wochen zumeist anikterisch (meint ohne „Gelbsucht“).

Es gibt unterschiedliche Hepatitis E Genotypen, also Viren, die zwar verwandt sind, sich aber nennenswert in ihrem Erbgut unterscheiden. So finden sich die Genotypen 1,2 und 4 hauptsächlich in sogenannten Endemiegebieten (z.B. Asien) und treten gehäuft bei Überschwemmungen während der Regenzeit auf. Der Genotyp 3 findet sich eher in unseren Breitengraden. Eine Übertragung findet dann meist über Tierkontakte (z.B. durch den Verzehr von nicht durchgegartem Schweine- oder Wildfleisch) statt. Die Erreger-Übertragung erfolgt also zusammengefasst per Kontaktinfektion beziehungsweise als fäkal-orale Schmierinfektion.

 

Das klinische Erscheinungsbild nach einer Infektion richtet sich nach dem Hepatitis E Genotyp, der Infektionsquelle, dem Ort der Infektion und der Situation des infizierten Menschen. Es sind schwere Verläufe der Infektion bei Schwangeren beschrieben. Schwangere sollte nicht in Hepatitis E Endemiegebiete reisen. Chronische Verläufe kommen bei Empfängern von Organtransplantaten und anderen immunsupprimierten Patienten vor. Die medikamentösen Behandlungsoptionen sind begrenzt. Eingesetzt wird Ribavirin, ggf. auch Interferone.

Wie bei der Hepatitis A, ist der beste Schutz die Beachtung der bekannten Hygienegrundregeln im Ausland ("Cook it, boil it, peel it or forget it!"). Eine Verbesserung der sanitären Situation, das Aufkochen des Wassers (bzw. eine chemische Desinfektion) und der Verzehr durchgegarten Fleisches können die Übertragung verhindern. Im Inland sollte insbesondere auf ausreichend gegartes Schweine- und Wildfleisch geachtet werden. Ein Impfstoff ist bereits in China im Einsatz

(Hecolin©, schützt gegen Genotyp (GT) 1 u. GT4, wahrscheinlich auch gegen GT2 und GT3) und in der USA in der klinischen Erprobung.