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Hepatititis D (HDV)

Beim Hepatitis-D-Virus (HDV, delta-Virus) handelt es sich um ein defektes RNA-Virus (Virusoid), das keine eigene Hülle hat. Es braucht das Hepatitis-B-Virus als Hüllen-Spender. Es bindet die Hüllproteine (HBsAg) des Hepatitis-B-Virus und besitzt damit den gleichen Infektionsweg wie das HB-Virus.

Nur Patienten mit einer akuten oder chronischen HBV-Infektion können sich auch mit dem Hepatitis-D-Virus infizieren, meist mit folgend chronischem Verlauf und einem hohen Risiko eine spätere Leberzirrhose oder Leberzellkrebs (HCC) zu entwickeln.
Die Hepatitis D wird hauptsächlich durch Geschlechtsverkehr sowie die Benutzung infizierter Nadeln übertragen.

Eine Impfung gegen Hepatitis B schützt gleichzeitig auch gegen eine Infektion mit dem HDV!

Das HDV ist im Mittelmeerraum, in Rumänien, auf der arabischen Halbinsel, in Teilen von Afrika und Mittel- und Südamerika endemisch, kommt hier also besonders häufig vor.
Prognostisch ist es wichtig, ob die Infektion mit Hepatit
is D gleichzeitig mit einer Hepatitis B-Infektion erfolgte (Simultaninfektion) oder aber nachträglich (Superinfektion). Eine „Superinfektion“ schädigt die Leber deutlich stärker.

Eine Behandlung mit einem pegyliertem Interferon kann eine HDV-Infektion in einigen Fällen ausheilen. Oft kommt es nach Therapieende aber zu einem Relapse, das Virus ist erneut im Blut nachweisbar. Der Wirkstoff Myrkludex B, der täglich subkutan (unter die Haut) gespritzt werden muss, kann zu einem Abfall der messbaren Virusmenge im Blut und Verbesserung der Leberfunktion führen. Weitere neue Wirkstoffe werden aktuell in klinischen Studien geprüft und versprechen zukünftig bessere Behandlungsmöglichkeiten.


Eine Therapiebedürftigkeit der immer begleitenden Hepatitis B Infektion sollte nicht übersehen werden.