HIV-Therapiebeginn

Obwohl wir seit 1987 gegen HIV gerichtete Medikamente zur Verfügung haben, weiss bis heute keiner ganz genau, wann der optimale Zeitpunkt für einen Therapiebeginn ist. Im Laufe der Jahre gab es sowohl Empfehlungen für einen frühen Therapiebeginn, als auch für ein langes Abwarten bis zum Start einer ART. Die heute verfügbaren Daten sprechen dafür, bereits zeitnah nach einer Ansteckung mit dem HI-Virus mit einer ART zu beginnen. Die modernen HIV-Medikamente sind, auch in Langzeitstudien, sehr viel besser verträglich als früher, die Einnahmehäufigkeit und Tablettenzahl reduziert. Vielfach ist eine Einnahme von einer Kombinationstablette einmal pro Tag möglich. Meist lässt sich das Immunsystem mit einer ART in seiner Funktion verbessern und erhalten. Erkrankungen, die mit der HIV-Infektion zusammenhängen, treten seltener auf. Zudem sinkt das Risiko andere Menschen mit dem HI-Virus anzustecken.

Ständig liefern Ergebnisse aus klinischen Studien neue Erkenntnisse zu diesem Thema. Nationale und internationale Therapieleitlinien sollen helfen, auf der Basis von gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen, den richtigen Zeitpunkt und die richtigen Medikamente für einen Therapiebeginn für den jeweiligen Patienten festzulegen. Dabei können zum Beispiel Beschwerden, zusätzliche Erkrankungen und die Höhe der T-Helferzellzahl eine Rolle spielen.

Allerdings gibt es in unterschiedlichen Ländern und Regionen durchaus unterschiedliche Empfehlungen. Da sich die Therapieleitlinien ständig verändern und neue HIV-Medikamente auf den Markt kommen, macht es keinen Sinn diese hier im Detail aufzuführen. Allen Leitlinien gemeinsam ist aber, dass sie einen frühen Beginn einer antiretroviralen Therapie empfehlen.

 

Im Internet kann man die jeweils aktuellsten Versionen nachlesen: