HBV-Prävention

Im Gegensatz zur HIV-Infektion und Hepatitis C-Infektion, kann man sich mit einer Impfung vor der Hepatitis B Infektion schützen! Es gibt eine aktive und passive Impfung.

Bei der passiven Impfung werden Antikörper gegen das Hepatitis B Virus gegeben. Der Schutz setzt zwar schnell ein, hält aber nur wenige Wochen und ist so nur für bestimmte Situationen, wie etwa eine berufliche Nadelstichverletzung bei Ungeimpften, vorgesehen. Langfristigen Schutz bietet eine aktive Impfung. In der Regel werden dafür 3 Injektionen über ein halbes Jahr verteilt in den Oberarmmuskel gespritzt. Bei erfolgreicher Impfung hält der Schutz mindestens 10 Jahre an, dann ist eine Auffrischimpfung notwendig.

Ein „Schnellimpfschema“, 3 Injektionen in kürzerem Zeitabstand, für schnelleren Schutz ist möglich, bedeutet aber die erste Auffrischimpfung bereits nach 12 Monaten durchführen zu müssen. Die STIKO empfiehlt die Hepatitis B Impfung für alle Kinder und Jugendlichen, für Erwachsene mit chronischen Lebererkrankungen, Männer die Sex mit Männern haben (MSM), bei intravenösem Drogenkonsum oder einer HIV-Infektion.

In diesen Fällen übernehmen die Kostenträger auch die Kosten für eine Impfung. Bei Unsicherheit diesbezüglich geben Ärzte und die Krankenkassen Auskunft.

Risikovermeidung, wie die Benutzung von Kondomen, Piercings und Tätowierungen unter Beachtung entsprechender Hygienemassnahmen, kein Teilen von Utensilien beim Drogengebrauch, kann zudem vor einer Hepatitis B Infektion (und anderen Infektionskrankheiten) schützen. Nicht zu unterschätzen ist das Risiko einer "Messerrasur" an Urlaubsorten mit einer erhöhten Hepatitis B Durchseuchung der Bevölkerung. So ergab eine türkische Untersuchung aus dem Jahr 2010, dass immerhin 7% der Rasiermesser bei Barbieren mit dem Hepatitis B Virus kontaminiert waren.